
Orchideen gehören zu den beliebtesten blühenden Zimmerpflanzen. Kein Wunder: Die enorme Vielfalt an Farben und Formen sowie eine beeindruckend lange Blütezeit von bis zu vier Monaten machen sie zu echten Klassikern. Doch viele stellen sich nach dem Verblühen die Frage: Wie kann man Orchideen richtig pflege, um sie wieder zum Blühen zu bringen?
Die gute Nachricht: Eine verblühte Orchidee ist kein Fall für den Müll. Nach der anstrengenden Blüte benötigt sie lediglich eine Ruhephase. Wer Geduld hat und einige grundlegende Pflegetipps beachtet, kann sich schon bald wieder über neue, elegante Blüten freuen.
Hohe Luftfeuchtigkeit – ein zentraler Faktor bei der Orchideenpflege
Zu den gängigsten Orchideenarten in unseren Wohnräumen zählen Phalaenopsis (Schmetterlingsorchideen), Brassia (Spinnenorchideen), Vanda und Cattleya. Diese Arten gehören überwiegend zu den epiphytischen Orchideen. Das bedeutet, dass ihre Wurzeln in der Natur frei in der Luft hängen und nicht im Boden wachsen.
Gerade im Winter ist die Luftfeuchtigkeit für Orchideen entscheidend. Durch Heizungsluft herrscht in Wohnräumen oft ein sehr trockenes Klima, das die Pflanzen schwächt. Optimal ist eine Luftfeuchtigkeit zwischen 60 und 90 Prozent. Staunässe vertragen Orchideen jedoch nicht.
Ideal ist es, die Luftwurzeln einmal täglich leicht zu besprühen, zum Beispiel mit einem feinen Handsprüher wie dem Birchmeier Melua. Wichtig dabei: Die Wurzeln nur befeuchten, nicht tropfnass machen.

Wer regelmäßig unterwegs ist, kann auf spezielle Orchideentöpfe aus Ton zurückgreifen. Diese nehmen Wasser auf und geben es langsam durch Verdunstung an die Pflanze ab. Alternativ kann der Wurzelballen einmal pro Woche für etwa zehn Minuten in Wasser getaucht werden, wichtig: anschließend gründlich abtropfen lassen.
Geduld und Ruhephase: Orchideen nach der Blüte richtig pflegen
Geduld ist ein entscheidender Bestandteil der Orchideenpflege. Auch wenn Orchideen lange blühen, endet jede Blüte irgendwann. Danach beginnt eine wichtige Ruhe- und Wachstumsphase, die über die nächste Blüte entscheidet.
Bei einer verblühten Phalaenopsis wird der Blütentrieb oberhalb des zweiten oder dritten Auges (Verdickung am Stiel) abgeschnitten. Während der anschließenden Ruhephase sollte die Orchidee weniger gegossen werden.
In der darauffolgenden Wachstumsphase bildet die Pflanze neue Blätter und Triebe. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um Orchideen zu düngen. Ein spezieller Orchideendünger wird gemäß Herstellerangabe verdünnt und idealerweise über einen Handsprüher ausgebracht.
Der richtige Standort: Entscheidender Einfluss auf die Orchideenblüte
Ein optimaler Orchideen Standort ist hell, warm und vor direkter Mittagssonne geschützt. Stehen Orchideen zu dunkel, wachsen sie zwar weiter, bilden jedoch keine neuen Blüten aus.
Grundsätzlich unterscheidet man Orchideen nach ihren Temperaturansprüchen in warm, temperiert und kalt kultivierte Arten. Die als Zimmerpflanzen sehr beliebten Phalaenopsis können ganzjährig im warmen Wohnraum stehen. Dennoch fördert eine leichte Absenkung der Nachttemperatur die Knospenbildung.
Während der Ruhephase kann es hilfreich sein, Orchideen zeitweise in einen kühleren, hellen Raum zu stellen. Im Winter sind Temperaturen um 15 °C ideal, sollten jedoch nicht dauerhaft unterschritten werden.
Ein weiterer wichtiger Hinweis: Orchideen sollten nicht in der Nähe einer Obstschale stehen. Das Reifegas Ethylen kann dazu führen, dass Knospen, Blüten oder sogar Blätter vorzeitig abfallen.
Orchideen umtopfen: Substrat und Topf richtig wählen
Ein häufiger Pflegefehler ist falsches Gießen. Werden Orchideen zu nass gehalten, sterben die Wurzeln ab. Die Folge sind schlaffe, schrumpelige Blätter und ausbleibende Blüten.
Das richtige Orchideensubstrat ist luftig, strukturstabil und stark wasserdurchlässig. Orchideen sollten alle zwei bis drei Jahre umgetopft werden. Dabei müssen alte und faulige Wurzeln konsequent entfernt werden.
Da Orchideenwurzeln Licht benötigen, sind transparente Kunststofftöpfe mit Drainage oder Podest ideal. Wer einen Übertopf verwendet, sollte darauf achten, dass überschüssiges Wasser ungehindert ablaufen kann und keine Staunässe entsteht.






