
Wer einen Garten bewirtschaftet, schaut genauer auf das Wetter – und stellt fest, dass Regenfälle heftiger geworden sind. In immer kürzerer Zeit fällt immer mehr Niederschlag. Auf lange nasse Phasen folgt oft eine ausgeprägte Trockenheit. Der Weltklimarat führt dieses Wettergeschehen auf die Erderwärmung zurück: Warme Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen, der sich beim Aufsteigen und Abkühlen schlagartig als Starkregen entlädt. Die Folge sind Sturzfluten, die Ihre Pflanzen und auch Ihr Haus stark belasten können. Mit den richtigen Maßnahmen schützen Sie Ihren Garten wirksam.
Welche Schäden kann Starkregen im Garten anrichten?
Starkregen drückt Pflanzen flach oder knickt sie ab und zerschlägt Blüten und Früchte. Sturzfluten zerfurchen die Erde, spülen sie weg und waschen wertvolle Nährstoffe aus. Bleibt das Wasser stehen, faulen die Wurzeln und Pflanzen sterben ab. Der Boden wird hart und undurchlässig. Wenn Regenrohre, Abläufe und Rinnen die Wassermassen nicht mehr fassen, überschwemmt das Wasser Terrasse, Garage, Keller oder Haus.
Schutzmaßnahmen für Ihren Garten
Vieles lässt sich bereits beim Anlegen so gestalten, dass Ihr Garten gut gegen Starkregen gewappnet ist. Drei Stellschrauben sind dabei besonders wirksam: der Boden, die Flächen und eine gezielte Entwässerung.
Den Boden verbessern
In vielen Regionen herrschen schwere, lehmige Böden vor. Verbessern Sie deshalb regelmäßig die Bodenstruktur Ihrer Beete, indem Sie sie lockern und Kompost einarbeiten. Rasenflächen profitieren von Sandgaben und sollten turnusmäßig aerifiziert werden, damit Wasser besser versickern kann.
Flächen entsiegeln
Je weniger versiegelte Flächen, desto besser kann Wasser im Boden versickern. Setzen Sie auf Zuwegungen mit offenen Fugen, Parkplätze mit Ökopflaster, dessen breite Fugen mit Kies gefüllt sind, sowie auf Gartenwege aus Gras, Kies und Häcksel. Kiesstreifen, eine Rohrdrainage rund ums Haus und eine Hecke statt einer Mauer als Einfriedung schützen zusätzlich Keller und Fundament.
Wasser gezielt ableiten
Haben Sie größere Probleme mit Wassermengen, legen Sie Mulden an, in denen sich das Wasser sammelt und langsam versickert. Für solche Sumpfzonen eignen sich attraktive Pflanzen wie Blutweiderich, Sumpf-Schwertlilie, Schlüsselblume, Sumpf-Vergissmeinnicht, Pfennigkraut oder Rohrkolben. Offene Gräben oder geschlossene Entwässerungsrinnen leiten das Wasser gezielt ab. Eine einfache Drainage ist ein mit Kies gefüllter Graben; leistungsfähiger ist ein perforiertes Rohr im Kiesbett. Ein umfassendes Drainagesystem führt das Wasser zu Kunststoff-Rigolen oder Kieskörpern im Untergrund, die große Mengen bewältigen.
Regenwasser sinnvoll nutzen
Sammeln Sie Regenwasser, um Trinkwasser zu sparen und die Kanalisation zu entlasten – ideal für Gemüse und einjährige Blüher. Eine Regentonne fasst je nach Modell zwischen 200 und 500 Liter und lässt sich über das Regenablaufrohr speisen. Mit dekorativer Optik und einem Pflanzgefäß als oberem Abschluss fügt sie sich harmonisch in die Gartengestaltung ein. Wer mehr Wasser bevorraten möchte, vergräbt Zisternen und nutzt den Inhalt auch als Brauchwasser.
Abwechslungsreich bepflanzen
Ein lebendiger Garten ist die beste Vorsorge – keine Steinwüste. Bäume und Sträucher reinigen die Luft, binden Kohlenstoff, spenden Schatten und halten Regen zurück, den sie nur langsam an den Boden abgeben. So senken sie die Gefahr von Hochwasser und Erosion. Halten Sie Ihre Flächen möglichst dauerhaft bedeckt: Eine Mischung aus Stauden, Zwiebelblumen, Wurzelstockpflanzen und Einjährigen sorgt das ganze Jahr für Farbe und Ernte – und verhindert, dass Boden erodiert.
Empfehlenswert ist eine robuste Mischung aus trockenheits- wie nässetoleranten Gehölzen und Stauden, in hohen und niedrigen Sorten und mit unterschiedlichen Blütezeiten. Sie übersteht Hitze und Trockenheit ebenso wie Sturzfluten, Wind und Kälte und wächst eventuelle Lücken bald wieder zu. Bewährt haben sich etwa Hortensie, Cornus, Schneeball, Apfel, Hibiskus und Eberesche, dazu Sonnenhut, Löwenmäulchen, Ringelblume, Taglilie und Dahlien sowie Storchschnabel, Fetthenne, Astilbe, Polsterphlox, Elfenblume, Waldsteinie, Schaumblüte, Waldmarbel und Segge.
Vorbeugen, bevor der Starkregen kommt
Da Starkregen inzwischen häufiger vorkommt, sollten Sie achtsam durch Ihren Garten gehen:
- Reinigen Sie regelmäßig Sickerschächte, Regenrinnen und Ablaufrohre und prüfen Sie deren Zustand.
- Kontrollieren Sie Bäume und Sträucher und entfernen Sie bruchgefährdete Äste.
- Binden Sie empfindliche Stauden hoch oder stützen Sie sie – so, dass die Pflanze ihre natürliche Bewegung behält. Besonders Pflanzen mit schweren Blüten oder langen Ranken brauchen Schutz.
- Kündigt sich Starkregen an, rücken Sie Töpfe, Kästen und Kübel in den Schutz von Hauswand, Tisch oder Bäumen. Schwere Töpfe stellen Sie auf Rollbretter und entfernen die Untersetzer.
- Decken Sie Gemüse mit einem Vlies ab oder räumen Sie es ins Gewächshaus.
- Eine Mulchschicht schützt unbepflanzte Stellen, weil sie den Aufprall der Regentropfen dämpft.
Was tun nach einem Starkregen?
Warten Sie nach einem heftigen Platzregen, bis das Wasser weitgehend versickert ist – betreten Sie den nassen, schweren Boden möglichst nicht, sonst verdichtet er sich. Machen Sie anschließend einen Kontrollgang und arbeiten Sie die wichtigsten Punkte ab:
- Stellen Sie umgefallene Pflanzen wieder auf und rücken Sie sie an ihren Platz.
- Kippen Sie Wasser aus Untersetzern und Übertöpfen.
- Schneiden Sie Abgeknicktes ab.
- Bedecken Sie freigelegte Wurzeln wieder mit Erde.
- Decken Sie Ihre Gemüsepflanzen wieder ab.
- Befreien Sie die Siebe von Schächten und Rohren von Schmutz und Laub.
- Belüften Sie den Rasen bei Bedarf zeitnah mit einer Grabegabel.
Notieren Sie zum Schluss, was Ihnen aufgefallen ist und wo Sie Ihren Garten weiter verbessern können – etwa bei Wegen, Abläufen, Bepflanzung oder Ausstattung. So wird Ihr Garten Jahr für Jahr widerstandsfähiger gegen Starkregen.






