
Zugegebenermaßen: Von pikanten, krossen Chips kann ich nicht genug bekommen. Es müssen aber nicht immer Kartoffelchips sein. Viele heimische Gemüsesorten werden mit der passenden Würzmischung mindestens genauso lecker – Hauptsache, das Ergebnis ist schön knusprig.
Passend zu Blattkohl, den viele als „Gemüse des Jahres 2025/26“ feiern, stelle ich hier mein Lieblingsrezept für Blattkohl-Chips vor. Dafür eignen sich Grünkohl und der aromatischere Palmkohl perfekt. Und wenn ich einmal auf den Geschmack gekommen bin, mache ich gleich noch Variationen: Rote Bete, Möhren, Pastinaken, Süßkartoffeln, Wirsing, Topinambur oder Zucchini lassen sich ebenfalls zu Gemüsechips verarbeiten.
Ein wichtiger Grundsatz gilt dabei immer: Je wasserreicher das Gemüse, desto länger dauert es, bis die Scheiben oder Stücke wirklich kross sind. Für den Einstieg sind Blattkohl-Chips ideal, weil sie im Heißluftbackofen oder in der Heißluftfritteuse (Airfryer) schnell gelingen.
Das spricht fürs Selbermachen
Gemüsechips gibt es inzwischen in vielen Supermärkten – trotzdem mache ich sie am liebsten selbst. Das hat handfeste Vorteile:
- Preis: Veggie-Chips sind oft überraschend teuer.
- Kontrolle über Zutaten: Ich bestimme Salzmenge, Öl und Gewürze selbst.
- Besserer Snack-Faktor: Viele Fertigprodukte sind frittiert und damit nicht automatisch „leichter“ als Kartoffelchips.
Ganz ehrlich: Auch mein Lieblingsrezept kommt nicht ohne Öl aus. Aber genau dieses bisschen Fett transportiert die Gewürze und sorgt für Geschmack – und den will ich bei Chips schließlich auch.
Welche Küchenutensilien ich nutze
Vieles ist in einer gut ausgestatteten Küche ohnehin vorhanden:
- Heißluftbackofen oder Heißluftfritteuse
- 2 Backbleche (bei ca. 250 g Grün- oder Palmkohl) + Backpapier
- Optional, aber praktisch: Salatschleuder (oder ein sauberes Frotteetuch)
- Gewürzmühle (für eigene Würzmischungen)
Für sehr dünnflüssiges Öl nutze ich gern den lebensmittelechten Sprüher Grill Star von Birchmeier – damit gelingt ein sehr feiner Ölfilm, ohne dass die Chips fettig werden.

Wer einen Dörrautomaten hat, kann Blattkohlchips auch schonend trocknen. Das dauert zwar länger, aber die niedrigeren Temperaturen sind ein Pluspunkt. Gewürzt wird dabei genauso wie unten beschrieben.
Rezept: Knusprige Blattkohl-Chips (Grünkohl oder Palmkohl)
Zutaten (für ca. 1–2 Bleche)
- 250 g Grün- oder Palmkohl
- 1–2 TL Rapsöl oder Sonnenblumenöl (wirklich sparsam!)
- 1–2 TL Würzmischung nach Geschmack
Würzideen (meine Favoriten)
- Curry (warm-würzig)
- Dukkah (nussig, aromatisch)
- Harissa (pikant)
- Chiliflocken + grobes Meersalz (klassisch, schnell)
- Für BBQ-Note: geräuchertes Paprikapulver oder Rauchsalz
Zubereitung Schritt für Schritt
- Vorbereiten
Vom Blattkohl Strunk und dicke Blattrispen entfernen. Danach gründlich waschen. - Gründlich trocknen
Entweder mit einer Salatschleuder kurz schleudern oder alternativ tupfe ich den Kohl mit einem sauberen, trockenen Frotteetuch sehr sorgfältig trocken.
(Das ist einer der wichtigsten Schritte für knusprige Chips.) - Zupfen
Den Blattkohl in mundgerechte Stücke zupfen. - Verteilen
Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen und die Stücke locker verteilen – möglichst nicht übereinander. - Öl & Gewürze
Das Öl sparsam als feinen Film aufsprühen oder mit den Händen hauchdünn verteilen. Dann die Würzmischung gleichmäßig darübergeben und alles kurz einmassieren. - Backen
Im vorgeheizten Backofen bei 150 °C Heißluft ca. 15 Minuten backen, bis die Chips knusprig sind.
Tipp: Gegen Ende engmaschig prüfen – je nach Ofen kann es schneller gehen. - Auskühlen lassen
Erst beim Abkühlen werden die Chips richtig kross. Danach serviere ich sie sofort oder fülle sie um.
Achtung: Diese Blattkohl-Chips sind gefährlich lecker. Bei mir überleben sie selten den ersten Abend.
Aufbewahrung: So bleiben die Gemüse-Chips knusprig
- vollständig auskühlen lassen
- dann in einen luftdichten Behälter geben
- Feuchtigkeit meiden (keine warmen Chips in die Dose!)
Variationen: Gemüsechips aus Roter Bete, Karotte & Co.
Etwas aufwändiger sind Chips aus anderen Gemüsesorten wie Roter Bete, Karotten oder Zucchini. Diese hoble ich nach dem Putzen sehr dünn (am besten mit einem Hobel) und schneide sie in passende Stücke. Je wasserreicher das Gemüse, desto mehr Geduld braucht es, bis alles wirklich knuspert.
Was ich daran liebe: Gemüsechips sind perfekt zum Lebensmittel-Retten. Schrumpeliges Gemüse muss bei mir nicht in die Biotonne – es wird kurzerhand zum Snack-Star.






