
Ein Sprung ins kühle Nass direkt vor der Haustür – das ist für viele Gartenbesitzer gelebter Luxus. Doch wie verträgt sich dieser Wunsch mit dem wachsenden Anspruch an Nachhaltigkeit im Alltag? Besonders Schwimmteiche und Naturpools stehen dabei im Fokus. Sind sie eine umweltfreundliche Alternative zum klassischen Chlorpool – oder nur ein grüner Anstrich für ein ressourcenintensives Bauprojekt?
Beton trübt die CO2-Bilanz
Ob Schwimmteich oder Naturpool: Der größte ökologische Fußabdruck entsteht beim Bau. Insbesondere Beton, der für den Beckenbau verwendet wird, wirkt sich negativ auf die CO₂-Bilanz aus. Nachhaltigere Alternativen wie Holz oder Naturstein sind hier besser. Auch bei der Abdichtung kann man etwas für die Ökobilanz tun, und mit Folien aus EPDM statt PVC den CO₂-Ausstoß reduzieren. Hilfreich ist auch der Einsatz von Recyclingmaterialien – etwa bei Beton oder bei Bauelementen aus recyceltem Kunststoff.
Keine chemische Desinfektion
Im Vergleich zu klassischen Pools punkten Schwimmteiche und Naturpools bei der Wasserqualität: Sie kommen ohne chemische Desinfektion aus. Die Reinigung erfolgt biologisch – über Pflanzenzonen oder biologische Filtertechnik. Das Wasser bleibt dauerhaft im Becken, ein Austausch ist nur bei größeren Wartungen nötig. Das spart wertvolle Ressourcen.
Energie sparen mit Pumpentechnik
Einer der wichtigsten Nachhaltigkeitsfaktoren im Betrieb ist der Stromverbrauch der Pumpen. Moderne, energieeffiziente Modelle verbrauchen bis zu 70 % weniger Energie als ältere Geräte. Durch Solartechnik oder Steuerung per App kann zusätzlich Strom gespart werden. Auch bei der Beleuchtung lässt sich mit langlebigen, austauschbaren LED-Systemen Energie einsparen.
Regenwasser nutzen – aber richtig
Auch wenn Naturpools keinen regelmäßigen Wasserwechsel brauchen, muss gelegentlich verdunstetes Wasser nachgefüllt werden. Die Nutzung von Regenwasser ist prinzipiell möglich, aber nur unter bestimmten Bedingungen sinnvoll. Da Wasser von Dachflächen oft mit Nährstoffen und Schmutz belastet ist, sollte es erst über Zisternen oder spezielle Speicheranlagen gefiltert werden. Alternativ können Pufferspeicher am Beckenrand angelegt werden, die überschüssiges Regenwasser sammeln und es bei Bedarf zurückführen – ohne dasÖkosystem zu belasten.

Wasseraufbereitung: Natur ist Trumpf
Schwimmteiche und Naturpools unterscheiden sich vor allem durch den Einsatz von Technik und Pflanzen. Während bei Schwimmteichen die Reinigung primär über bepflanzte Flachwasserzonen erfolgt, setzen Naturpools stärker auf biologische Filtertechnik – in einem eher formal gestalteten Becken. In beiden Fällen erfolgt die Wasseraufbereitung ohne chemische Zusätze. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber Chlorpools, bei denen Wasser regelmäßig ausgetauscht werden muss und eine chemische Aufbereitung unumgänglich ist.
Hebel für mehr Umweltverträglichkeit
Wie nachhaltig ist ein Naturpool wirklich? Die kurze Antwort: nachhaltiger als ein konventioneller Pool – aber nicht vollständig nachhaltig im Sinne aller ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Kriterien. Die größten Hebel für mehr Umweltverträglichkeit liegen im Verzicht auf Beton, in der Wahl langlebiger und reparierbarer Komponenten sowie im energieeffizienten Betrieb.
Auch soziale Aspekte zählen
Übrigens: Nachhaltigkeit betrifft nicht nur Materialien und Energie, sondern auch den Umgang mit menschlichen Ressourcen. Zeitaufwendige Bauweisen, körperlich belastende Arbeiten oder gesundheitsgefährdende Materialien sind auch unter sozialen Aspekten kritisch zu sehen. Moderne Bauweisen mit leichteren Materialien und modularem Aufbau können hier für Entlastung sorgen.
Fazit
Der nachhaltigste Pool ist immer noch der, den man nicht baut. Aber wenn der Wunsch nach Badespaß im eigenen Garten Realität werden soll, dann lieber mit biologischer Wasseraufbereitung und bewusstem Blick auf Umwelt- und Ressourcenschutz.






