
Wenn es draußen sommerlich wird, begegnen uns wieder kleine Lästlinge zuhauf: Es ist die Zeit von Drosophila, den Fruchtfliegen. Bei Temperaturen um die 25 °C fühlen sie sich wohl.
An die 50 Arten sind in Europa verbreitet. Eine von ihnen, die Kirschessigfliege, Drosophila suzukii ist für den Erwerbsobstbau problematisch, weil sie dünnhäutige, aber intakte Früchte wie Himbeeren oder Kirschen heimsucht. Ihre Larven fressen das Fruchtfleisch und machen die Früchte für den Verkauf unbrauchbar.
Duft zieht an
Hingegen begegnet uns im Haus und auf der Terrasse vor allem Drosophila melanogaster. Die Fruchtfliege mit den markanten roten Augen war wegen ihrer hohen Vermehrungsrate schon in der Schulzeit ein Anschauungsobjekt für den Genetikunterricht. Die rundliche, 2-4 mm große Fliege ist auch als Mostfliege, Gärfliege, Essigfliege oder Taufliege bekannt. Die Namen deuten auf ihr Verhalten hin: Der Duft von Obst, Gemüse, Saft und Wein, aber auch von Küchenabfällen zieht sie magisch an – insbesondere wenn Lebensmittel offen oder überreif sind, schon leicht anfangen zu faulen oder gären oder wenn sie kleine Beschädigungen aufweisen. Denn diese Fliegenart kann ihre Eier nicht durch intakte Fruchtschalen ablegen.
Explosionsartige Vermehrung
Bis zu 400 Eier schafft eine eine einzige Fliege bei einer Ablage. Sie lebt etwa 40 bis 50 Tage, und es braucht nur rund zehn Tage bis zur nächsten Eiablage. Das erklärt das explosionsartige Auftreten bei passenden Bedingungen. Aber wenn die Temperatur unter 10 °C rutscht – oder auf über 32 °C ansteigt, werden die Fliegen inaktiv und vermehren sich nicht weiter. Eier, Larven und Adulte sterben sogar ab.
Vorbeugen, statt ekeln
Die „Haus“-Fruchtfliege kann bei der Eiablage Fäulnisbakterien, Hefen und Pilzsporen übertragen, aber keine Krankheitserreger, wie andere Fliegen. Wir dürften das Obst oder Gemüse also bedenkenlos essen, wenn wir uns nicht ekeln. Der Befall führt allerdings dazu, dass es schneller verdirbt.
Es kann sein, dass wir Fruchtfliegen-Eier bereits „mit einkaufen“. Aber im Sommer werden die erwachsenen Fliegen sowieso überall von Düften angelockt und gelangen durch geöffnete Fenster und Türen ins Haus. Wir können jedoch vorsorgen, so dass sich die Lästlinge nicht übermäßig vermehren:
- Obst und Gemüse verpackt lagern. Gut bewährt haben sich dichtmaschige Netze.
- Weine, Säfte und anderes Süßes verschlossen halten. Verschluss aufschrauben oder Deckel auflegen.
- Vor dem Verzehr waschen. Die Ränder der Verpackungen abwischen.
- Gebrauchtes Geschirr und Gläser wegräumen oder gleich spülen. Auch den Tisch oder die Arbeitsplatte abwischen. Leere Flaschen verschließen.
- Regelmäßig den Abfall entsorgen. Biomüll am besten in Papier einschlagen, wenn er auf den offenen Komposthaufen kommt.
Abwehr auf drei Wegen
Gegen Fruchtfliegen, die sich bereits in der Küche oder auf der Terrasse breitgemacht haben, gibt es ein paar Hausmittel:
- Radikal ist die Methode, ein Glas oder eine Schale mit einer Mischung aus Fruchtessig, Wasser und ein paar Tropfen Spülmittel aufzustellen. Der Duft lockt die Fliegen an, aber das Spüli wirkt wie ein Netzmittel, so dass sie ertrinken.
- Schonender ist es, Essig und Saft in einem Glas zu mischen und mit einer gelöcherten Folie abzudecken. Das lockt die Fliegen in das Gefäß, aus dem sie den Ausgang nicht mehr finden. Wir können sie dann ganz hinten im Garten freilassen.
- Für die Gefäße gibt es Alternativen im Handel, die optisch schön aussehen, aber durch einen Korkverschluss selbst befüllt und entleert werden müssen.
Im Handel sind darüber hinaus Fruchtfliegenfallen erhältlich, die ebenfalls mit organischen Lockstoffen wie Essig ausgestattet sind, aber für die Fliegen tödlich enden.
- Aeroxon bietet eine Kombination aus einem Fläschchen mit einem organischen Lockstoffmittel, das in einer Papiertüte aufgestellt wird. Diese ist außen bunt bedruckt und innen mit Klebstoff bestrichen. Sie ist dadurch wirkungsvoller als eine Schale allein mit Essig und soll acht Wochen vorhalten.
- NexaLotte hat eine Falle entwickelt, die wie eine Zitrone aussieht und gut auf dem Tisch platziert werden kann. Für vier Wochen lockt sie mit einem Mix aus Essig und Geraniol die Fruchtfliegen an und fängt sie ab.
Auch Pflanzen können uns einen guten Dienst erweisen:
- Einige Pflanzen fangen Insekten, um sich dadurch eine zusätzliche Eiweißquelle zu erschließen. Allerdings können Karnivoren, wie beispielsweise Fettkraut oder Sonnentau, keine nennenswerten Insektenmengen verdrücken.
- Intensive ätherische Düfte überlagern die für Fruchtfliegen interessanten Gerüche. Deshalb können Basilikum, Lavendel, Minze, Nelke oder Tomate die kleinen Lästlinge zumindest auf Abstand halten.






