Gemüsebeete mulchen

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Mulchen gehört für mich im Gemüsegarten inzwischen einfach dazu, denn es bringt viele Vorteile mit sich. Deshalb habe ich meine Erfahrungen, warum, wann und womit man mulchen sollte, hier zusammengetragen. 

Warum ich meine Gemüsebeete mulche

Es gibt gleich mehrere Gründe, warum das Mulchen – also das Bedecken der bloßen Erde – sinnvoll ist. Das sind für mich die wichtigsten Vorteile:

  • Schutz vor Verdunstung: Das Pflanzsubstrat bleibt länger feucht, ich muss seltener nachgießen.
  • Aktiveres Bodenleben: Im feuchteren Klima finden die Mikroorganismen bessere Lebensbedingungen vor.
  • Weniger Unkraut: Die Mulchschicht unterdrückt den Wuchs von Beikräutern.
  • Arbeitserleichterung: Weniger gießen und weniger jäten – das spart mir Zeit.
  • Isolierung: Unter der Schicht wird es weder zu heiß noch zu kalt. Für Letzteres sollte sich die Erde vorher aber schon ein wenig erwärmt haben.
  • Schönere Optik: Gemulchte Gemüsebeete sehen einfach gepflegter aus.

Idealerweise wähle ich dann auch noch ökologisches Mulchmaterial aus nachwachsenden Rohstoffen – am besten eines, das hierzulande angebaut werden kann.

Der richtige Zeitpunkt zum Mulchen

Wenn ich Mitte Mai – also nach den Eisheiligen – die ersten kälteempfindlichen Pflanzen ins Beet setze, bringe ich die Mulchschicht direkt danach rund um die Jungpflanzen aus. Grundsätzlich gilt: immer dann, sobald die Erde offen liegt und sich somit schon ein wenig erwärmen konnte. Vorher ist es wichtig, das Beet gründlich von Beikräutern sowie Wurzelunkräutern zu befreien.

Welches Mulchmaterial eignet sich für Gemüsebeete?

Rindenmulch & Holzhäcksel: im Gemüsebeet nur mit Einschränkung

Rindenmulch ist für Gemüse eher nicht zu empfehlen, weil er den Boden säuert. Zudem gilt: Je holziger das Material, desto mehr Stickstoff entzieht es dem Boden. Wer trotzdem mit Rindenmulch oder Holzhäckseln mulchen möchte, sollte den Boden vorher mit Hornmehl oder alternativ mit veganen Hornspänen bestreuen und dieses gut in die Erde einarbeiten.

Mir persönlich gefallen diese Alternativen besser:

Stroh: Klassiker für Gemüse- und Erdbeerbeete

Strohhäcksel eignet sich gut als Mulchmaterial, denn ich kann es auch mit leicht angetrocknetem Rasenschnitt vermengen. Stroh – die hohlen, getrockneten Stängel von Getreide – ist ein wertvolles Abfallprodukt aus heimischer Landwirtschaft. Allerdings staubt es, deshalb trage ich beim Ausbringen eine Atemschutzmaske. Etwas leichter, sprich staubfreier, sind Strohpellets: naturbelassene, gepresste Strohhäcksel. Diese verteile ich locker auf dem Gemüsebeet und gieße sie anschließend gut ein, damit sie aufquellen und den Boden mit einer dicken Schicht bedecken. Für das Gewächshaus nutze ich Stroh nur ungern, weil es dort eher zu Schimmelbildung neigt.

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(Foto: Schonschek) Strohpellets locker im Beet verteilen und befeuchten, damit sie gut aufquellen und eine gleichmäßige Mulchschicht bilden

 

Miscanthus nachhaltig und gewächshaustauglich

Immer beliebter wird auch Mulch aus Chinaschilf (Miscanthus). Weil dieses Material als weniger schimmelanfällig gilt als zum Beispiel Strohhäcksel, setze ich es gern im Gewächshaus ein. Es gilt zudem als besonders nachhaltig, da Chinaschilf – genau wie Stroh – regional angebaut werden kann. Auch beim staubtrockenen Miscanthus-Mulch trage ich eine Maske.

Anschließend befeuchte ich die Mulchschicht mit einem Drucksprüher, wie den Accu Star, intensiv, damit die Fasern zusammenkleben und nicht vom Wind verweht werden. Vollständig verkleben tut die Schicht dadurch zwar nicht, aber die Häcksel saugen sich mit Wasser voll, sacken zu einer kompakteren Schicht zusammen und liegen so deutlich windstabiler. Damit das gut gelingt, sollte die Schicht vor dem Befeuchten mindestens fünf Zentimeter hoch sein. Danach muss ich sie nicht regelmäßig komplett befeuchten – es sei denn, es herrscht langanhaltende Trockenheit, der Standort ist sehr windig oder die Schicht wurde zu dünn aufgetragen. Ansonsten reichen normale Bodenfeuchte und regelmäßige Niederschläge aus.

Textil & Papier: saubere Lösung gegen Unkraut

Den nackten Boden decke ich manchmal auch mit Textilien ab. Das kann ein wasserdurchlässiges Mulch- bzw. Unkrautvlies sein: Durch die dunkle Farbe und die durchgängige Schicht haben Wildkräuter kaum eine Chance aufzulaufen, während Regen- oder Gießwasser weiterhin hindurchsickern kann. Eine andere Form sind Schafwollmatten. Solche Textilien lege ich einfach auf das gut vorbereitete Gemüsebeet und fixiere sie mit Draht-Heringen im Boden. Dort, wo die Pflanzen hinkommen, schneide ich einen kreuzförmigen Schlitz in die Matte, hebe ein Loch aus und setze die Pflanze ein. Als biologisch abbaubare Mulchschicht eignen sich auch Packpapier oder Karton – ein paar größere Steine an den Ecken verhindern, dass der Wind sie verweht.

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(Foto: Schonschek) Dunkles Mulchvlies hat den Vorteil, dass es dem Unkraut das Licht wegnimmt und es nicht durch die Schicht wachsen kann.

Schalen von Kakao und Nüssen

In der Schokoladenproduktion fallen Kakaoschalen als Abfallprodukt an. Auch lassen sich im Gemüsegarten als aromatisches und optisch hochwertiges Abdeckmaterial verwenden. Im Gemüsebeet eignen sie sich wesentlich besser als der gerbstoffreiche Rindenmulch und haben noch dazu einen leichten Düngeeffekt. Vergleichbares gilt für die Schalen von heimischem Schalenobst wie Haselnüssen und Mandeln. Bei Walnussschalen ist der Gerbsäuregehalt zwar etwas höher, aber auch sie eignen sich als Mulchmaterial.

Mineralischer Mulch

Sand, Kies sowie Splitt beziehungsweise Granulat aus Bims, Lava oder Ziegel gelten als mineralischer Mulch. Sie speichern die Sonnenwärme und puffern dadurch kühlere Nächte ein wenig ab. Ein weiterer Vorteil: Sie zersetzen sich nicht und halten somit sehr lange. Durch ihre leicht scharfkantigen Elemente helfen sie außerdem, dass weniger Schnecken den Weg zu Salat, Tomaten & Co. antreten.

Gartenabfälle als Flächenkompost

Für eine Anreicherung an Nährstoffen sorgt bei mir die Flächenkompostierung. Dabei verteile ich organische Gartenabfälle direkt auf dem Gemüsebeet, wo sie sich allmählich zersetzen und ihre Nährstoffe an den Boden zurückgeben. Geeignet sind Rasenschnitt, Laub, Strauchhäcksel, das Grünzeug von Karotten und Radieschen, die äußeren Salatblätter sowie rohe pflanzliche Küchenabfälle, Kaffeesatz und gesäuberte, zerkleinerte Eierschalen. Nicht auf den Flächenkompost gehören Beikräuter, Wurzelunkräuter und Küchenabfälle, in denen keimfähige Samen enthalten sind.

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Über Christine Schonschek

Foto-Christine-Schonschek_klChristine Schonschek ist seit 2006 als freiberufliche Fachjournalistin für verschiedene Verlage und Online-Medien tätig. Sie beschäftigt sich dabei gerne nicht nur mit allem was grünt und blüht, sondern auch technische Themen machen ihr Freude. Sie schreibt sowohl für den Hobby- als auch auch für den Profigärtner. Wenn sie mal nicht für ein Interview unterwegs ist oder am Schreibtisch sitzt, um an einem der Beiträge zu schreiben, ist sie im eigenen Hausgarten oder Gewächshaus tätig und probiert auch gerne mal etwas Neues aus oder genießt beim Wandern die Natur.

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