Wie Wespen von Weintrauben fernhalten?

Wasp on grape fruit

Wer liebt sie nicht, die süssen Weintrauben, die jetzt im Spätsommer an den Reben reifen. Nicht nur wir Menschen haben eine Schwäche dafür. Auch Wespen und andere Tiere naschen gerne an den leckeren Beeren. Umso grösser die Enttäuschung, wenn die schwarz-gelb getigerten Raubinsekten schneller waren und grosse Löcher in den feinen Trauben klaffen. Was also tun, um Wespen von den Trauben fernzuhalten? 

Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, dass sich Wespen nur von bereits beschädigtem Obst oder ausschliesslich von anderen Insekten ernähren. Der Speiseplan der Wespen ist sehr vielfältig. Obwohl die Larven hauptsächlich tierische Proteine fressen, ernähren sich erwachsene Wespen gerne auch von Nektar, Pollen und Pflanzensäften. Immer nach dem Motto: Je süsser, desto besser.

grapes-3641279_1920_pixabay

Genau deswegen sind Weintrauben bei Wespen sehr beliebt. Wenn es um süssen Duft und viel Zucker geht, zeigen die Insekten schon fast menschliche Züge. Vor allem im vollreifen Zustand, wenn die Trauben einen hohen Zuckergehalt aufweisen, können Wespen der Verlockung kaum standhalten.

Welchen Schaden richten Wespen an Trauben an?
Mit ihren scharfen Mundwerkzeugen fressen Wespen Löcher in die einzelnen Früchte oder höhlen sie teils ganz aus. In warmen Spätsommern oder bei einer grossen Wespenpopulation kann das verheerende Folgen haben, denn im Nu haben die Wespen einen Grossteil der Ernte verdorben.

Die Schäden sind nicht nur ein Ärgernis für Gärtnerinnen und Gärtner, denn die Verletzungen machen die Trauben auch anfälliger für Krankheiten. So können Fäulnispilze wie Botrytis und Penicillium oder Essigsäure-Bakterien die Trauben befallen und weitere Schäden verursachen. Beschädigte und von Pilzen und Bakterien befallene Trauben sollte man besser nicht essen. Selbst Trauben, die nicht angeknabbert wurden, sind davon nicht ausgenommen: Durch den herabfliessenden Saft höher gelegener Trauben können auch sie schnell Opfer von Pilzkrankheiten werden.

Wer also eine ertragreiche Traubenernte anstrebt und befürchtet, dass sich eine Wespen-Armada an den Trauben gütlich tun könnte, sollte vorbeugend abschreckende Massnahmen ergreifen. Da Wespen vollreife Trauben bevorzugen, reicht es, einige Wochen vor der Ernte mit den Schutzmassnahmen zu beginnen. Aber Vorsicht! Wenn die Insekten die Trauben bereits als Nahrungsquelle entdeckt haben, ist es oft schwierig, sie von der gedeckten Tafel zu vertreiben. Besser ist es, die Trauben frühzeitig vor Wespen zu schützen.

Traubenschutzbeutel schützen vor Wespenfrass
Die bekannteste und auch sicherste Methode dafür sind Traubenschutzsäcke. Winzer nutzen diese Art des Traubenschutzes schon seit Langem, aber auch Hobbygärtner können davon profitieren. Um sie zu schützen, werden die Trauben einige Wochen vor der erwarteten Erntezeit mit sogenannten Traubenschutzsäcken versehen.

IMG_2149_Supper

Diese dünnen Organzabeutel oder Trauben-Schutztaschen, die übrigens auch den Madenbefall durch die Kirschessigfliege vorbeugen, werden einzeln über die Trauben gestülpt und fest verknotet. Damit sich Fäulnis und Krankheiten nicht auf die gesunden Beeren ausbreiten, ist wichtig, bereits beschädigte Beeren zuvor aus der Traube zu entfernen. Zwar ist es eine ziemliche Arbeit, alle Trauben in die Beutelchen zu verpacken. Aber die Methode hat einen grossen Vorteil: Da die Wespen sich nicht durch das Gewebe fressen können, sind die Trauben zuverlässig geschützt. Durch das luftige Gewebe erhalten die Trauben genügend Luft und Sonne, um ungestört zu wachsen. Wer keine dieser Trauben-Schutztaschen zur Hand hat, kann alternativ Papiersäcke verwenden. Diese sollten jedoch regelmässig kontrolliert werden, da das Papier anfälliger für Witterungseinflüsse ist. Plastiksäcke hingegen sind völlig ungeeignet – durch den fehlenden Luftaustausch hat sich in ihnen im Nu Kondenswasser gebildet, was den Krankheitsbefall an den Trauben erst recht fördert.

Wasser-Sprühnebel verscheucht Wespen
Ein Tipp, um Wespen zu vertreiben, ist das Verteilen von Wasser. Ein feiner Sprühnebel, ausgebracht zum Beispiel mit dem Birchmeier Sprühgerät Wespi 0.5, lässt die Wespen Regen vermuten und sie ziehen sich zurück.

12103501 Wespi seitlich_LR

Vielleicht lassen sich die Raubinsekten ja auch durch alternative Nahrungsquelle ablenken? Eine Schale mit Obst weit entfernt von den leckeren Trauben kann dienlich sein. Idealerweise ist das Obst schon leicht überreif – als besonders empfehlenswert gelten Bananen und Pflaumen.

Gesteinsmehl als Traubenschutz
Wer später die Trauben selbst essen oder den Kindern als Nachspeise servieren möchte, sollte die Finger von Insektiziden lassen. Ausserdem schädigt der Einsatz dieser Mittel immer auch andere Wesen, im schlimmsten Fall Nützlinge. Eine bessere Wahl ist Urgesteinsmehl. Eine über die Trauben verteilte Gesteinsmehlschicht vertreibt die Wespen in mehrfacher Hinsicht: Zum einen meiden sie die unangenehme, ‘steinartige’ Oberfläche, zum anderen überdeckt der Geschmack des Gesteinsmehls die Süsse der Trauben und macht sie für Wespen weniger attraktiv. Am einfachsten gelingt das mit dem Bobby 0.5 von Birchmeier. Je nach Wetterlage, insbesondere bei starkem Regen oder Wind, kann es allerdings notwendig sein, die Behandlung mehrmals durchzuführen.

12043301 Bobby 0.5_mit Düsen_300

Wichtig ist, nicht zu viele Blätter mit dem Urgesteinsmehl zu bestäuben, denn befindet sich zu viel Mehl auf den Blättern, wird die Fotosynthese beeinträchtigt. Ist die Zeit für die Ernte gekommen, sollten die Trauben gründlich gewaschen werden, um das Urgesteinsmehl zu entfernen. Dann kann man sie ohne Bedenken geniessen.

Beiträge

Über Judith Supper

IMG_9165_HPJudith Supper ist Fachjournalistin, Texterin und Mitinhaberin des Medienbüros Brizamedia, das seit seiner Gründung 2015 einen umfassenden Medienservice für die grüne Branche bietet. Seit bald zehn Jahren ist Judith Supper für Fachmedien im In- wie Ausland tätig, darunter auch die bedeutendsten Fachzeitschriften des deutschsprachigen Raums. 2011 ging sie mit „Pflegeleichte Gärten gestalten“ (Christian Verlag) unter die Buchautoren und war von 2011 bis 2014 als leitende Redaktorin für g’plus (Herausgegeben von JardinSuisse, Unternehmerverband Gärtner Schweiz) beschäftigt. Egal ob eine Reportage über Pflanzenzucht im Weltall, ein Messebericht von der Chelsea Flower Show oder Portrait eines Floristik-Unternehmens, ihr Anliegen ist es, komplexe Inhalte leserfreundlich aufarbeiten, dabei aber niemals die fachlichen Sachverhalte aus den Augen zu verlieren.

Ihre Haupt-Interessensgebiete liegen in den Bereichen:

  • Umwelt- und Naturschutz
  • Gartenpraxis: Zier-, Nutz- und Naschgarten
  • Nachhaltigkeit und Biodiversität
  • Gartenkultur

www.brizamedia.ch

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Sie können folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>