So pflegen Sie Ihre Gartenschere richtig

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Foto: Schonschek

Ob Profi- oder Hobbygärtner: Wir alle freuen uns über gut funktionierende, scharfe Schneidwerkzeuge. Damit die Freude daran auch auf Dauer anhält, ist etwas Pflege unerlässlich. Jetzt, wenn sich das Gartenjahr allmählich dem Ende zuneigt, ist der ideale Zeitpunkt, um sich um die Wartung Ihrer Baum-, Reb- oder Gartenscheren zu kümmern.

Je öfter Sie Ihre Werkzeuge benutzen, desto schneller verschmutzen die Klingen und werden mit der Zeit stumpf. Eine stumpfe Klinge quetscht Zweige und Äste, anstatt sie sauber zu durchtrennen. Das frustriert nicht nur beim Arbeiten, sondern schadet auch den Pflanzen selbst.

Wenn Sie sich regelmäßig Zeit für die Reinigung und Pflege Ihrer Schneidwerkzeuge nehmen, haben Sie beim nächsten Einsatz wieder mehr Freude an allen Schnittarbeiten im Garten. Garten-, Ast- und Heckenscheren sollten regelmäßig gereinigt, gewartet und geschliffen werden. Schon beim Kauf eines Gartengeräts zahlt sich Qualität aus: Hochwertige Rosen-, Baum- und Gartenscheren sind bewusst so konzipiert, dass sie sich für die Reinigung und Pflege zerlegen lassen.

Das benötigen Sie für die Wartung

Bevor Sie starten, legen Sie sich folgende Werkzeuge und Hilfsmittel bereit:

  • Einen Schraubenzieher oder – noch besser – ein Multitool, mit dem sich die Schrauben leicht lösen lassen
  • Einen Schleif- oder Abziehstein mit einer groben und einer feinen Seite
  • Eventuell einen Schleifschwamm
  • Einen weichen Lappen, zum Beispiel ein Mikrofasertuch
  • Ein altes Frotteetuch oder einen anderen sauberen, saugfähigen Lappen zum Trockenreiben
  • Ein Reinigungsmittel, etwa einen speziellen Gartenwerkzeugreiniger, alternativ Scheuermilch oder Edelstahlreiniger
  • Pflege-, Schmier- oder Mehrzweckfett

Schritt für Schritt: So pflegen Sie Ihre Gartenschere

Manchen Gartenwerkzeugen sieht man deutlich an, dass sie viel benutzt worden sind und dringend eine gründliche Reinigung und Wartung benötigen. Entfernen Sie zunächst Rostflecken und weitere Verschmutzungen gründlich – bei dieser Gelegenheit schärfen Sie auch gleich die Klingen neu. So bringen Sie Ihre Gartenschere wieder auf Vordermann:

1. Auseinanderbauen

Bevor es ans Reinigen und Schleifen (im Fachjargon: Abziehen) geht, muss die Gartenschere zuerst in ihre Einzelteile zerlegt werden. Unser Tipp: Machen Sie vorab mit dem Handy je ein Foto von der Vorder- und der Rückseite Ihrer Gartenschere. So können Sie später leicht nachschauen, welche Schraube wohin gehört. Hochwertige Gartenscheren lassen sich mit einem passenden Multifunktionswerkzeug auseinanderbauen. Mit handelsüblichem Werkzeug können aber auch manche günstigere Modelle zerlegt werden.

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Foto: Schonschek

2. Schmutz entfernen

Im nächsten Schritt reinigen Sie mit dem weichen Lappen bzw. dem Mikrofasertuch alle Teile gründlich. Dafür eignen sich spezielle Reiniger, die organische Verschmutzungen wie Harz, Öle oder Grasflecken beseitigen. Falls kein Spezialreiniger zur Hand ist, funktioniert es auch mit Scheuermilch oder einem Edelstahlreiniger. Ganz grobe Verschmutzungen lösen Sie mit einem Schleifschwamm. Reiben Sie anschließend alle Teile mit einem sauberen Lappen gründlich trocken.

3. Schleifen

Schärfen Sie nun die Schneiden auf einem Schleif- bzw. Abziehstein. Wenn Ihr Abziehstein eine grobe und eine feine Seite hat, beginnen Sie mit der groben Seite: Damit schleifen Sie zunächst die Riefen – also die feinen Rillen in der Oberfläche – im 90-Grad-Winkel heraus und ziehen anschließend ab. Danach wenden Sie den zweiseitigen Abziehstein und ziehen mit der feinen Seite auch die Rückseite der Schneide flach zum Metall hin leicht ab.

4. Fetten

Als abschließende Pflege müssen Mechanik und Schneide der Gartenschere noch eingefettet werden – nur so bleibt das Arbeiten später leichtgängig. Im gut sortierten Fachhandel finden Sie spezielles Pflegefett für Gartenscheren. Alternativ findet sich im Haushalt, etwa im Werkzeugkasten oder im Fahrrad-Reparaturset, oft noch ein Mehrzweck- oder Kettenfett – idealerweise ein synthetisches, biologisch abbaubares Fett auf Lithium-/Kalzium-Basis, das für den schweren mechanischen Einsatz im Freien geeignet ist.

5. Teile wieder zusammensetzen

Zu guter Letzt setzen Sie die Schere wieder zusammen. Achten Sie darauf, die Haltemutter nur so stark anzuziehen, dass sich der Schneidevorgang weiterhin leicht bewältigen lässt. Schließlich soll sich das Schließen der Klingen leicht von der Hand gehen und nicht zum Fitnesstraining werden.

Regelmäßig reinigen und desinfizieren

Eigentlich sollte die Schere nach jeder Benutzung sauber gemacht werden. Doch mal ehrlich: Wer macht das schon? Und selbst wenn doch, geht oft nicht der komplette Schmutz dabei weg. Unser Küchenbesteck spülen wir schließlich auch nach jeder Mahlzeit – das Gleiche sollte für die Klingen unserer Gartenwerkzeuge gelten. Denn wir wollen keine Krankheiten von einer auf die andere Pflanze übertragen. Nach jeder Benutzung sollten Sie die Klingen deshalb desinfizieren.

Dafür genügt ein Birchmeier Handsprüher wie der Desinfecta+. Auch der McProper Plus E oder der Super McProper Plus eignen sich dafür. Für Säuren und zur Desinfektion ist zudem der McProper Plus P / 360° geeignet. Unsere persönliche Empfehlung: ein 360°-Modell, denn dank des flexiblen Saugschlauchs funktioniert der Sprüher damit auch kopfüber.

Auch Hausmittel haben ihre Berechtigung: Verschiedene Hersteller geben an, dass ihr Grundstoff Essig zur Desinfektion von Garten-Schneidewerkzeugen zugelassen ist. Solche Hausmittel können Sie durchaus verwenden, sollten sie dann aber nicht zu lange einwirken lassen, um eine Korrosion der Klinge zu vermeiden. Für die Desinfektion von Gartenwerkzeugen eignet sich eher vergällungsmittelfreies Ethanol oder Isopropylalkohol. Eine alkoholbasierte Flüssigkeit wie 70 % Isopropanol greift das Metall nicht an und riecht zudem deutlich weniger streng als Brennspiritus. Alkoholbasierte Desinfektionsmittel lassen sich auch bequem mit dem Foxy Plus auf die Klingen sprühen.

Tipps für die richtige Behandlung im Alltag

Pflanzensäfte, Dreck und Schmutz sorgen dafür, dass Werkzeuge schwergängig werden. Legen Sie die Schere deshalb grundsätzlich nicht auf dem Gartenboden ab – nutzen Sie stattdessen ein Scheren-Halfter am Gürtel oder eine geeignete Tasche in der Arbeitshose.

Sind die Scharniere bereits schwergängig geworden, hilft meist etwas Öl: Oft reichen schon ein paar Tropfen Nähmaschinen- oder Kriechöl, um die Mechanik wieder beweglich zu machen. Benetzen Sie dazu alle beweglichen Teile mit dem Öl – keinesfalls jedoch die Verschraubungen – und bewegen Sie die Gelenke anschließend mehrmals, damit das Öl an die Scharniere gelangt. Beim oben beschriebenen Auseinanderbau verwenden Sie besser Schmierfett, da es zähflüssiger als Öl ist.

Vernachlässigen Sie grundsätzlich nicht das regelmäßige Nachschärfen Ihrer Schneidwerkzeuge. Führen Sie es regelmäßig durch, hält sich der Aufwand in Grenzen

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Über Christine Schonschek

Foto-Christine-Schonschek_klChristine Schonschek ist seit 2006 als freiberufliche Fachjournalistin für verschiedene Verlage und Online-Medien tätig. Sie beschäftigt sich dabei gerne nicht nur mit allem was grünt und blüht, sondern auch technische Themen machen ihr Freude. Sie schreibt sowohl für den Hobby- als auch auch für den Profigärtner. Wenn sie mal nicht für ein Interview unterwegs ist oder am Schreibtisch sitzt, um an einem der Beiträge zu schreiben, ist sie im eigenen Hausgarten oder Gewächshaus tätig und probiert auch gerne mal etwas Neues aus oder genießt beim Wandern die Natur.

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